Ferdinand Anderst

Elektroschweisser. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1901    † 1943

 

Lebenslauf

Ferdinand Anderst wurde am 21.4.1901 in Wien geboren. Er arbeitete als Elektroschweißer.

Mitglied einer Widerstandsgruppe

Ferdinand Anderst war Mitglied der Widerstandsgruppe im Siemens-Schuckertwerk (Wien-Leopoldau).

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Ferdinand Anderst wurde am 8.4.1941 verhaftet, am 18.3.1943 erfolgte gemeinsam mit Johann Fried und Ferdinand Kosztelny (beide hingerichtet) seine Verurteilung zum Tode. Am 22.10.1943 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Schon im Juli 1938 wurde Anderst, der gleichfalls in den Siemens-Werken in Leopoldau arbeitete, für die kommunistische Betriebszelle geworben und zahlte von da an monatlich einen Beitrag von 1. – RM oder 1. 50 RM. Im Sommer 1939 sagte Zeinzinger zu Anderst, es komme zu wenig Geld herein für Unterstützungen und sonstige Zwecke der KPÖ; er bat Anderst, unter der Gefolgschaft zu werben, um die Anzahl der Anhänger zu erhöhen.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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